Alltagssituationen

Tag-Nacht-Umkehr

Der Tag-Nacht-Rhythmus bei Menschen mit Demenz kann phasenweise durcheinander geraten. Im Einzelfall werden Kranke in der Nacht sehr aktiv, räumen in den Schränken herum und denken nicht daran, zu schlafen. Der Hinweis auf die späte Stunde hat meistens wenig Erfolg, da die Kranken mit der „äußeren“ Uhr nichts mehr anzufangen wissen und ganz ihrem eigenen Rhythmus folgen. Eine Aussprache mit dem behandelnden Arzt kann hier sehr hilfreich sein.

Peinliches Verhalten in der Öffentlichkeit

Manchmal benehmen sich Menschen mit Demenz in der Öffentlichkeit auffällig oder unangemessen, was sowohl für den Kranken selbst, als auch für den begleitenden Angehörigen sehr peinlich sein kann: z. B. wenn der Kranke auf wildfremde Leute zugeht, an der Haltestelle nicht aus der Straßenbahn aussteigen will oder im Supermarkt etwas einsteckt, weil er nicht mehr weiß, dass man das nicht tut. Auch wenn es schwer fällt – der offene Hinweis auf die Krankheit kann hier helfen.

Es ist wichtig, diese schwierigen Verhaltensweisen nicht persönlich zu nehmen, sondern sie als Folge der Erkrankung zu sehen. Oft kann ein Auslöser gefunden werden: der Kranke hat Angst, fühlt sich bedroht oder missverstanden und deutet Situationen falsch, bzw. aus seiner Realität heraus. Gerade für pflegende Angehörige sind diese schwierigen Verhaltensweisen belastender als die eigentlichen Krankheitssymptome. Inzwischen stehen aber auch gut verträgliche Medikamente zur Verfügung, wenn die Situation zu belastend wird.