Warnsignale

Frühe Diagnose ist wichtig

Es gibt viele Krankheiten, die zu einer Demenz führen können. Einige wenige davon sind heilbar. Deshalb ist eine genaue Diagnosestellung durch den Arzt zu einem möglichst frühen Zeitpunkt sinnvoll. Leider ist die am häufigsten vorkommende Demenz-Erkrankung, die Alzheimer-Demenz, nicht heilbar. Trotzdem sind Früherkennung und ein möglichst früher Behandlungsbeginn auch hier wichtig, denn durch medikamentöse Behandlung und der Krankheit angepasste Verhaltensweisen und Betreuung kann der Krankheitsverlauf deutlich verzögert und abgemildert werden. Der Arzt kann schon durch sehr einfache Tests Hinweise auf das mögliche Vorliegen einer Demenz erhalten.

Hinweise auf eine Demenzerkrankung

Bei Vorliegen folgender Symptome ist der Gang zum Arzt auf alle Fälle sinnvoll, um eine Demenz oder andere Erkrankungen (z. B. Depression) rechtzeitig diagnostizieren zu können. Hinweise auf eine Demenz sind:

  • Gedächtnisstörungen: Termine, Namen, kürzlich Erlebtes werden vergessen, gleiche Begebenheiten werden immer wieder erzählt, Gegenstände werden häufig verlegt.
  • Sprachschwierigkeiten: Es wird immer öfter nach bestimmten Worten gesucht, die Sprache wird umständlich, weitschweifig, der Sinnzusammenhang von Gesprächen wird nicht erfasst, der rote Faden geht verloren.
  • Rückzug aus sozialen und geselligen Bezügen: Der Betroffene meidet immer öfter Gesellschaft, geht nicht mehr in seinen Verein...
  • Gewohnte, früher gekonnte Tätigkeiten gelingen nicht mehr: z. B. Kochen, Einkaufen, Organisieren des Haushalts...
  • Interessen lassen nach, Hobbys werden aufgegeben.
  • Probleme, sich auf eine Sache zu konzentrieren: Tätigkeiten werden begonnen, aber nicht zu Ende gebracht, die Aufmerksamkeit lässt nach.
  • Probleme beim Abwägen und Beurteilen von Situationen: Welche Kleidung passt zum heutigen Wetter? Einschätzen von Situationen im Straßenverkehr u. a.
  • Die Stimmung ändert sich auffallend oder schwankt stark.
  • Die Orientierung wird schlechter (örtlich: man findet sich in fremder oder vertrauter Umgebung nicht zurecht; zeitlich: man weiß das Jahr, den Monat nicht mehr).
  • Die Persönlichkeit ändert sich auffallend.

Auffallende Verhaltensweisen

Das Leben eines Menschen, der an Demenz erkrankt ist, ist enorm kompliziert, chaotisch und oft beängstigend. Er bemerkt meist selbst, vor allem aber auch an den Reaktionen seiner Umwelt, dass etwas mit ihm nicht mehr stimmt. Der an Demenz erkrankte Mensch versucht auf seine Weise, Erklärungen zu finden, bzw. das erlebte Chaos in den Griff zu bekommen. Da er infolge seiner Gedächtnisstörung einen anderen Informationsstand hat als seine Umwelt, kommt er auch zu anderen Deutungen und Schlüssen, die aus seiner Sicht betrachtet völlig in Ordnung sind. Er lebt mehr und mehr in seiner eigenen Welt.

Aggressives Verhalten

Im Einzelfall reagiert ein Demenzkranker auch ungehalten auf seine Umgebung. Es ist sinnvoll, zunächst nach Auslösern für dieses Verhalten zu suchen. Hat der Kranke Schmerzen? Fühlt er sich bedroht, weil er eine Person nicht erkennt und sich durch ihr Verhalten brüskiert fühlt, z. B. weil diese ihn duzt, Vorschriften macht, einfach in sein Zimmer kommt oder ihn gar waschen will? Aus den Gefühlen von Überforderung, Beschämung oder Ohnmacht heraus kommt es dann immer wieder zu impulsiven Reaktionen seitens der Betroffenen.

Depressive Verstimmungen

Viele Demenzkranke leiden, insbesondere im Frühstadium der Erkrankung, auch an tiefen depressiven Verstimmungen. Wenn auch unregelmäßig und mit schwankender Deutlichkeit, so nehmen die Erkrankten ihre Einbußen sehr wohl wahr. Rückzug, Trauer, Depression sind nicht selten die Folge davon.

Misstrauen, Beschuldigungen

Viele Missgeschicke im Alltag kann sich der Demenzkranke aufgrund fehlender Krankheitseinsicht nicht anders erklären, als dass Dritte, oft auch nächste Angehörige oder Vertraute, ihn bestehlen, belügen oder sich unberechtigt in seine Angelegenheiten mischen. Wer sonst sollte für das Verschwinden der Geldbörse verantwortlich sein, wenn nicht derjenige, der gerade im Raum ist? Warum möchte der Sohn oder die Tochter auf einmal Einblick in die Kontoauszüge?

Unruhe, Bewegungsdrang

Menschen mit Demenz haben oftmals ein großes Bedürfnis nach Bewegung. Sie halten es nicht aus, sich lange an einem Platz aufzuhalten, laufen oft beträchtliche Strecken und sind von innerer Unruhe erfüllt – als wollten sie endlich irgendwo ankommen.

Weglaufen

Immer wieder kommt es vor, dass die Betroffenen manchmal unbemerkt die Wohnung, das Zimmer, das Heim, verlassen und nicht mehr zurückfinden. Eine Erklärung hierfür wäre, dass die aktuelle Wohnung nicht als eigenes Zuhause erkannt wird. Oft suchen die Menschen dann das Zuhause ihrer Kindheit