Festlegung der Bodenrichtwerte

zum 31.12.2014 – Stadt Plochingen

(1) Gemäß § 193 Abs. 3 des Baugesetzbuch (BauGB) hat der Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten bei der Stadt Plochingen am 01.10.2015 die Bodenrichtwerte nach den Bestimmungen des Baugesetzbuch in Verbindung mit § 12 der Gutachterausschussverordnung vom 11.12.1989 zum Stichtag 31.12.2014 ermittelt.

(2) Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken, für die im Wesentlichen gleiche Nutzungs- und Wertverhältnisse vorliegen. Er ist bezogen auf den Quadratmeter Grundstücksfläche eines Grundstücks mit definiertem Grundstückszustand (Bodenrichtwertgrundstück). Bodenrichtwerte werden für baureifes und bebautes Land, ggf. auch für Rohbauland und Bauerwartungsland sowie für landwirtschaftlich genutzte Flächen abgeleitet. Für sonstige Flächen können bei Bedarf weitere Bodenrichtwerte ermittelt werden. Bodenrichtwerte haben keine bindende Wirkung.

(3) Die Bodenrichtwerte sind in bebauten Gebieten mit dem Wert ermittelt worden, der sich ergeben würde, wenn die Grundstücke unbebaut wären.

(4) Abweichungen eines einzelnen Grundstücks von dem Bodenrichtwertgrundstück in den wertbeeinflussenden Merkmalen und Umständen – wie Erschließungszustand, spezielle Lage, Art und Maß der baulichen Nutzung, landwirtschaftliche Nutzungsart, Bodenbeschaffenheit, Grundstücksgestalt – bewirken in der Regel entsprechende Abweichungen seines Verkehrswertes von dem Bodenrichtwert.

(5) Bei Bedarf können Antragsberechtigte nach § 193 BauGB ein Gutachten des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten über den Verkehrswert beantragen.

(6) Die Bodenrichtwerte werden grundsätzlich altlastenfrei ausgewiesen.

(7) Die Bodenrichtwerte berücksichtigen die flächenhaften Auswirkungen des Denkmalschutzes (z.B. Ensembles in historischen Altstädten), nicht aber das Merkmal Denkmalschutz eines Einzelgrundstücks.

(8) Ansprüche gegenüber Trägern der Bauleitplanung, den Baugenehmigungs- oder den Landwirtschaftsbehörden können weder aus den Bodenrichtwerten, den Abgrenzungen der Bodenrichtwertzonen bei zonalen Bodenrichtwerten noch aus den sie beschreibenden Attributen abgeleitet werden.

(9) Die Liste enthält in der Regel Werte mit Erschließungskosten (Erschließungsbeiträge nach § 127 BauGB und nach dem Kommunalabgabengesetz). Der Bodenrichtwert für das Baugebiet Talweg Süd (W 8) ist ohne Erschließungsbeiträge als Rohbauland ermittelt.

(10) In Richtwertzonen, in denen keine bzw. keine aussagekräftigen Vergleichspreise zur Verfügung standen, wurde der Richtwert aus dem Vorjahr übernommen, oder zur Ermittlung des Bodenrichtwertes wurden Preise aus anderen Zonen mit vergleichbaren Merkmalen tatsächlicher oder rechtlicher Art herangezogen und die Werte im sachverständigen Ermessen des Gutachterausschusses fortgeschrieben.

(11) Sonstige zur Wertermittlung erforderliche Daten, wie Bodenpreisindexreihen, Umrechnungskoeffizienten, Liegenschaftszins und Bewirtschaftungskostendaten, wurden pauschal nicht ermittelt.

Bodenrichtwertgrundstücke

Als einheitlicher Vergleichstyp wird festgelegt: - jeweils in durchschnittlicher Lage -

  1. Für Wohnflächen W 1 – W 8 und gemischte Bauflächen M 1 – M 5 unbebautes Grundstück GFZ 0,8 für ein freistehendes Wohnhaus mit 2 Vollge-schossen, erschließungsbeitragsfrei (ebf.)
  2. Für Gewerbegebiete G 1 – G 3 unbebautes Grundstück, GFZ 1,6, erschließungsbeitragsfrei.
  3. Für Landwirtschaftsflächen A 1 und A 3 Ermittelt wurden Richtwerte für landschaftliche Flächen, die weder bebaut, Bauerwartungsland, Rohbauland, noch baureifes Land sind, sondern landwirtschaftlich nutzbar sind und auch in absehbarer Zeit landwirtschaftlich genutzt werden. Als wesentlich wertbeeinflussendes Grundstücksmerkmal des Bodenrichtwertgrundstückes wurde eine durchschnittliche Bodengüte (Acker- bzw. Grünlandzahl) zugrunde gelegt. Neben der durchschnittlichen Bodengüte gelten für das Richtwertgrundstück als wertbeeinflussende Grundstücksmerkmale eine ortsübliche öffentliche Erschließung, durchschnittlich bewirtschaftbare Grundstücksformen sowie gegendübliche Flurstücksgrößen.
Richtwertzonen
1
W 1
Stumpenhof – östlich Landstraße L 1201
390,- €
2
W 2
Stumpenhof – westlich Landstraße L 1201 talwärts bis Richard-Wagner-Straße, oberer Teil
490,- €
3
W 3
Zwischen Brahmsweg – Beethovenstraße, unterer Teil – Schorndorfer Straße – gesamte Hindenburg- und Panoramastraße, Johanniterstraße bergseitig
480,- €
4
W 4
Zwischen Hindenburgstraße – Steffelesweg – talseitig bis Ulmer Straße – Burgstraße – Tannenstraße
350,- €
5
W 5
Bruckenwasen
260,- €
6
W 6
Lettenäcker I
390,- €
7
W 7
Lettenäcker II
340,- €
8
W 8
Talweg Süd (Rohbauland)
140,- €
9
M 1
Zwischen Schorndorfer Straße – Kreuzstraße – Neckarstraße
350,- €
10
M 2
Zwischen Ulmer Straße – Filsweg – Fils-Bahnanlagen
250,- €/qm
11
M 3
Zwischen Hermannstraße – Urbanstraße – Gablenberg – Schorndorfer Straße – Alte Bahnhofstraße – Eisenbahnstraße
Zwischen Brühlstraße – Burgstraße – Häfnergasse – Urbanstraße
350,- €/qm
12
M 4
Bergseitig Esslinger Straße (Ortsende Richtung Altbach) – Pfostenbergweg – talseitig Johanniterstraße – nördlich Hermannstraße – Eisenbahnstraße
320,- €/qm
13
G 1
Gewerbegebiet Bereich Fabrikstraße
140,- €/qm
14
G 2
Gewerbegebiet zwischen Filsweg und Reichenbacher Straße
140,- €/qm
15
G 3
Gewerbegebiet östlich Reichenbacher Straße
140,- €/qm
16
Gb 1
Flächen Gemeinbedarf Stadtmitte
ohne Bewertung
17
Gb 2
Flächen Gemeinbedarf Bereich Schafhausäcker
25,- €/qm
18
A 1
Baumwiesen Gewand Junggehölz bis Pfaffenhalde
Bornhausen – Hannestobel – Halde - Harnesteig
4,30 €/qm
19
A 2
Wochenendhausgebiet Hermannswiesen
25,- €/qm
20
A 3
Ackergebiet Bereich Obere Dickne – Lange Jaucherten
Spitzwiesen – Obere Filswiesen
2,20 €/qm
21
A 4
Kleingartenanlage Harnesteig

ohne Bewertung
22
H
Hafengebiet

ohne Bewertung

Bodenrichtwertkarte der Stadt Plochingen (1,828 MiB)